Du hast keine Lust, wie alle anderen herumzulaufen? Zudem kackt es dich an, immer mit einem leicht schlechten Gewissen aus H&M, Zara und Co. herauszuschleichen? Wir haben 10 Tipps für faire Kleider in Zürich.

Viele von uns haben es satt, ihre Kleider bei Unternehmen zu kaufen, die mit dafür verantwortlich sind, dass ganze Seen entwässert werden und Menschen unter prekären Anstellungsbedingungen und mit giftigen Chemikalien unsere Billigjeans zusammennähen müssen. Hier 10 Shoppingtipps in Zürich für alle, die genug haben!

1) Suche dir eineN DoppelgängerIn am Flohmarkt

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Secondhandkleider haben die Umwelt bereits einmal belastet bei ihrer Herstellung. Umso besser, wenn sie dann nochmals getragen wurden. So muss nix Neues hergestellt werden. Röcke, Kleider und Oberteile findest du am besten auf dem Flohmarkt (Für ZürcherInnen: Kanzleiareal = günstig, aber ein wenig trashig, Bürkliplatz = besser aufgeräumt, dafür ein wenig teurer). Suche nach Verkäuferinnen oder Verkäufern, die in etwa deinen Stil und deine Kleidergrösse haben. Die meisten Leute haben für den Flohmarktstand ihren eigenen Kleiderschrank ausgeräumt.

2) Wenn es etwas Neues sein soll, dann schau auf Get Changed! nach

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Jeans und Hosen sind secondhand eher schwer zu kriegen. Vor allem kann man Hosen auf dem Flohmarkt nicht so gut anprobieren. Hier empfehlen wir euch ein ökofaires Label wie Nudie Jeans oder Kuyichi. Wo man die in Zürich kaufen kann, erfährst du auf dem Fashion Finder von Get Changed, den es sogar als App gibt.

 3) Konsultiere die Liste aller Zürcher Secondhand-Shops auf nichtneu.ch

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Das Angebot in den Brockenhäusern und Vintage-Läden ist extrem breit. Preislich findet man hier alles von spottbillig bis zu frechteuer. Ein Verzeichnis aller Zürcher Brockenhäuser und Secondhandläden findest du auf nichtneu.ch. Viel Spass beim Stöbern.

4) Räume am Walk-in-Closet gratis Kleider ab

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Die Walk-in-Closets sind begehbare Kleiderschränke der anderen Art. Sie finden mehrmals jährlich in Basel, Zürich, Baden und Wohlen statt. Das Ganze funktioniert als grosse Tauschbörse: Du und hunderte andere Fashionfreaks bringen Kleider, die sie nicht mehr anziehen, an den Walk-in-Closet. Die Organisatoren des Walk-in-Closet sortieren und präsentieren die Kleider. Du spazierst durch den begehbaren Kleiderschrank und suchst dir deine neue Garderobe zusammen. Zahlen tust du nix. Mehr Infos findest du hier.

5) Kaufe deine Basics bei Naturaline

Basics wie Leggings oder einfache Shirts findet du kaum secondhand, da sie von ihren BesitzerInnen oft so lange getragen werden, bis sie nur noch als Putzlappen taugen. Und bei Unterwäsche kommt secondhand eh nicht in Frage. Für diese Kleidersparte haben wir einen unerwartet einfachen Shoppingtipp: Coop. Die Linie Naturaline entspricht sowohl ökologisch wie auch sozial höchsten AnforderungenHier kannst du die neuste Kollektion anschauen.

6) Schau für das Extravagante darunter bei Lyn Lingerie vorbei

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Wenn es ein wenig extravaganter sein soll und teurer sein darf, empfehlen wir dir, dich bei Lyn Lygerie mit Dessous einzudecken. Die Teile werden alle in einem kleinen Atelier in Frau Gerolds Garten in Zürich hergestellt. Wenn möglich sogar mit in der Schweiz gewobenen Stoffen. Minimale Sozialstandards sind also garantiert.

7) Fröne bei Lux plus der Schuhleidenschaft

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Bei den Schuhen habe wir lange nach einer guten Alternative zu Dosenbach und Co. gesucht. Die Auswahl an schönen und ökofairen Schuhen ist begrenzt. Was man auf dem Flohmarkt und in den Brockenhäusern findet, will man oft nicht unbedingt anprobieren. Zum Glück entdeckte ich irgendwann den Lux plus in Wiedikon. In diesem Vintage-Laden gibt es ein grosses Angebot an Secondhand-Lederschuhen, die aber alle sehr gut zurecht gemacht sind. Der grosse Vorteil von Secondhand-Schuhen: Man muss sie nicht mehr einlaufen. Der Nachteil vom Lux Plus: Nur etwa die Hälfte der angebotenen Artikel sind secondhand.

8) Stöbere durch das Angebot beim Fundsachenverkauf: Hier findest du Skischuhe, Regenjacken und vieles mehr

Im Fundsachenverkauf in Wollishofen kommt alles unter den Hammer, was in den Zügen, Bussen und Trams liegengeblieben ist. Die Fundsachen werden vor dem Verkauf aussortiert und gewaschen. Unter anderem hat es ein grosses Angebot an Outdoorbekleidung und Sportschuhen. Die Auswahl vor Ort schlägt diejenige auf dem Onlineportal bei weitem. Vorbeigehen lohnt sich also.

9) Hol dir den Homestyle bei Switcher

Trainerhosen und Co., die du ohne ein schlechtes Gewissen kaufen kannst, findest du bei Switcher. Dank einem Code auf der Etikette kann die 100%ige Rückverfolgbarkeit garantiert werden. Mit dieser hohen Transparenz fällt es Switcher einfacher, soziale Standards wie existenzsichernde Löhne bei den Lieferanten durchzusetzen. Auch das Biosortiment wird immer grösser bei Switcher.

10) Melvins für die Männerwelt und Wink für die Frauen: Diese Concept Stores haben alles, was dein Herz begehrt

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Es gibt auch Concept Stores, die sich auf Marken spezialisiert haben, die du ohne schlechtes Gewissen kaufen kannst. Für die Männerwelt sei hier Melvins an der Zürcher Josephstrasse genannt. Über den Ladenbesitzer Stefan haben wir hier schon einmal berichtet. Die Frauen werden beim WINK am Kreuzplatz fündig.

10 Shoppingtipps in Zürich – der Zusatztipp

Zum Schluss noch ein Zusatztipp für alle, die nicht nur auf schöne Kleider abfahren, sondern auch gerne fremde Städte entdecken. Secondhandshops liegen meistens in den jungen und spannenden Quartieren. Deshalb eignen sie sich hervorragend, um einen erlebnisreichen Stadtrundgang zu konzipieren. Einfach auf Googlemaps nach „vintage“ oder „secondhand“ suchen und die Orte auf einer Route verknüpfen. Ein Spaziergang entlang der gefundenen Stores lässt dich nicht nur günstige und geile neue Teile ergattern, sondern führt dich auch durch die angesagtesten Viertel einer Stadt. Und das ganze ohne schlechtes Gewissen wegen ausgebeuteter ArbeiternInnen oder entwässerter Seen.

P.S.: Das nachhaltigste Kleidungsstück ist aber halt immer noch dasjenige, das man nicht kauft. Denn jede Produktion von Textilien, egal ob Bio oder nicht, hat Auswirkungen auf die Umwelt.

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