Die Schweiz will die Bestim­mungen für den Export von Kriegs­ma­te­rial lockern

Künftig soll die Schweiz auch an Bürger­kriegs­länder Rüstungs­güter liefern. Eine breite linke Allianz hat nun das Refe­rendum ergriffen. 
Waffen sollen künftig an Länder wie Saudi-Arabien oder die Vereinigten Arabischen Emirate weitergegeben werden, aber ausdrücklich nicht an die Ukraine. (Clint Petterson / Unsplash)

Die Schweiz will die Bestim­mungen für den Export von Kriegs­ma­te­rial lockern und auf Geset­zes­ebene veran­kern. Künftig sollen Länder, darunter Ungarn, Argen­ti­nien, Sudan, Israel und die USA, mit Rüstungs­gü­tern belie­fert werden dürfen – selbst wenn sie in einen Krieg, Genozid oder Bürger­krieg verwickelt sind.

Grund­sätz­lich sollen alle Länder Schweizer Kriegs­ma­te­rial frei weiter­geben können, sofort und ohne Auflagen. Über Toch­ter­firmen oder Zwischen­händler könnte Schweizer Kriegs­ma­te­rial auch an Länder gelie­fert werden, die in bewaff­nete Konflikte verwickelt sind oder die Waffen gegen die Zivil­be­völ­ke­rung einsetzen könnten. Einzig für die Ukraine soll die Regel nicht gelten. 

Der Bundesrat soll Ausnahmen nach Gutdünken beschliessen können, ohne demo­kra­ti­sche Kontrolle durch Parla­ment oder Öffent­lich­keit. In Einzel­teile zerlegte Waffen­sy­steme sollen unein­ge­schränkt verkauft werden dürfen.

Im Dezember 2025 stimmten National- und Stän­derat den Locke­rungen zu. Die Ände­rungen werden mit «sicher­heits­po­li­ti­schen Über­le­gungen» begründet und sollen die Rüstungs­in­du­strie unter­stützen. Das würde die Profite der privaten Rüstungs­un­ter­nehmen erhöhen.

Eine breite linke Allianz hat das «Kriegs­ma­te­rial-Refe­rendum» ergriffen. Die Unter­schrif­ten­samm­lung begann am 7. Januar 2026, ab dann haben die Gegner*innen 100 Tage Zeit, die nötigen Stimmen gegen die Locke­rung der Export­re­geln zu sammeln.

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