Mehr als 36’000 Protestierende sollen im Iran von dem religös-autoritären Mullah-Regime laut dem exiliranische Nachrichtenportal Iran International* getötet worden sein. Laut Time-Magazine wurden am 8. und 9. Januar so viele Menschen von iranischen Sicherheitskräften getötet, dass staatliche Stellen mit der Bergung der Leichen überfordert waren. Es fehlte an Leichensäcken, weshalb statt Krankenwagen sogar Sattelauflieger eingesetzt worden sein sollen.
Am 28. Dezember 2025 entzündeten sich im Iran landesweite Proteste aufgrund jahrzehntelanger politischer Unterdrückung des Regimes und dem historischen Wertverlust der iranischen Währung Rial. Durch von Händlern angestiftete Proteste in Teheran breitete sich innerhalb weniger Tage eine Massenbewegung auf alle 31 Provinzen des Landes aus – die grösste seit der Machtübernahme der Mullahs 1979.
Das Regime unter Ali Khameini reagiert mit brutaler Repression: Am 8. Januar kappte die Führung fast sämtliche Telefon- und Internetverbindungen. Das Menschenrechtsnetzwerk HRANA meldet über 40’000 Festnahmen seit Beginn der Proteste, vielen Angeklagten droht die Todesstrafe. Überlebende berichten von Scharfschützen, die gezielt auf Menschenmengen feuern und von horrenden «Munitionsgeldern», um Leichname zurückzubekommen.
Die grössten Verbrechen des Mullah-Regimes erfolgen gezielt nach Internetsperren, wenn nichts dokumentiert werden kann.
Die Aufstände wurzeln in jahrelanger Mobilisierung durch die Frauen- , Arbeiter*innen- und Studierendenbewegungen – sie sind nicht das Resultat westlicher Einflussnahme oder der autoritären Monarchie.
Der Sohn des 1979 gestürzten Schahs, Reza Pahlavi, inszenierte sich schon während der Frauen-Leben-Freiheit-Bewegung 2022 als Nachfolger der Mullah. Er wird hauptsächlich von Israel unterstützt. Präsident Netanjahu und Palavi trafen sich freundschaftlich, während US-Präsident Trump mehrmals mit militärischen Angriffen «zum Schutz der Demonstrierenden» drohte. Vor einem halben Jahr begannen Israel und die USA einen Krieg gegen den Iran. Der Krieg hat keine Iraner*innen befreit, sondern über 1’000 getötet und Zehntausende obdachlos gemacht.
Die Aufstände wurzeln in jahrelanger Mobilisierung durch die Frauen- , Arbeiter*innen- und Studierendenbewegungen – sie sind nicht das Resultat westlicher Einflussnahme oder der autoritären Monarchie. Nach wochenlangen Protesten, staatlicher Repression und mehreren zehntausend Toten, sind die Proteste gerade leise geworden. Diese Ruhe darf aber nicht als Zustimmung zum Regime gewertet werden.
Die Opposition ist derzeit stark zersplittert, uneinig über eine gemeinsame Zukunftsvision. Einige wünschen sich die Schah-Monarchie zurück. Andere Teile der Protestbewegungen streben Demokratie oder Herrschaftsfreiheit an. Eine geschlossene Organisierung der Protestierenden wird durch das allgegenwärtige Regime gehindert.
*Korrigendum vom 31.01.2026: Im Artikel wird Iran International ohne kritische Einordnung als Quelle genannt. Die entsprechende Kritik, auf die wir dank Leser*innen-Kommentare aufmerksam wurden, kann hier nachgelesen werden.
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