Die «10 Millionen Schweiz» ist ein Frontalangriff auf alle Lohnabhängigen
Unter dem Schlagwort Dichtestress warnt die SVP vor ökologischen Folgen von Bevölkerungswachstum. Die Initiative ist ein politisches Ablenkungsmanöver von Verteilungsfragen und im Kern ein rassistischer Angriff auf die Rechte aller Arbeiter*innen. Eine Analyse.
Messerangriff in Winterthur: Sechs Stunden reichen, um den Rechtsstaat zu begraben
Bevor auch nur eine Anklageschrift vorliegt, steht das öffentliche Urteil fest: Der Angreifer von Winterthur ist ein Terrorist. Während Medien und Politiker*innen von links bis rechts dieses Narrativ verbreiten, treten sie juristische Grundrechte mit Füssen.
Aufwertung für wen?
Wer im Kanton Zürich wohnt, merkt es längst am eigenen Portemonnaie: Wohnen wird zum Luxus. Während sich die Wohnkrise verschärft, rollen Gemeinden und Kanton dem Kapital den roten Teppich aus – und verpacken die Vertreibung der Bevölkerung hübsch als «Standortförderung».
Acht Wege, dich im Internet zu finden
Wer sich im Internet bewegt, hinterlässt zwangsläufig Spuren. Unsere Kolumnistin maia arson crimew zeigt, wie sich unterschiedliche Daten zu einem intimen Gesamtbild ergänzen – und wie man sich dagegen schützen kann. Ein Listicle.
«Ich sprach und lachte extra leise, um mich an die Schweiz anzupassen»
Delfina Gonzalez floh vor der Franco-Diktatur und kam als Saisonniere in die Schweiz. Heute kämpft sie für die Aufarbeitung dieser Zeit. Ein Gespräch über das Leben im Schatten und warum der Saisonnier-Statut heute noch aktuell ist.
Sie ist angeklagt – und darf nicht an ihren Prozess
Eine Mutter von drei Kindern muss sich vor dem Strafgericht verantworten. Doch die Familie wird vor dem Prozesstermin zwangsweise in die Türkei ausgeschafft. Die Migrationsbehörde weigert sich, die Einreisesperre vorübergehend aufzuheben.
Zwischen Gefängnis und Nothilfe ↗
Weder ausreisen noch bleiben ist erlaubt
Nach einer Polizeirazzia in einem Zürcher Rückkehrzentrum erhält ein Asylsuchender einen Strafbefehl wegen rechtswidrigen Aufenthalts – obwohl er das Land laut Dublin-Verordnung gar nicht verlassen darf.
Unrechtmässig verschuldet
Die Zürcher Staatsanwaltschaften verhängen oft unzulässig hohe Geldstrafen für abgewiesene Asylsuchende, die täglich von 10.50 Franken Nothilfe leben. Trotz Kritik der Demokratischen Jurist*innen bleibt die Praxis bestehen. Strafen sollen aber bald durch gemeinnützige Arbeit beglichen werden können.
Wenn die Polizei in die Unterkunft kommt
Alle paar Wochen durchsucht die Polizei im Rückkehrzentrum Urdorf Bewohner bis auf die Unterhose. Viele erhalten danach Strafbefehle wegen rechtswidrigen Aufenthalts und bis zu einem Jahr Haft. Unsere Recherche zeigt: Das Vorgehen hat Methode – funktioniert aber nur, solange niemand hinsieht.
Nazis marschieren gegen das Vaterland
Heute demonstriert die rechtsextreme Bewegung in Luzern gegen das neue Rahmenabkommen Schweiz-EU. Das Abkommen soll die Beziehungen zur EU stärken und dient in erster Linie dem Schweizer Kapitalstandort. Nationalisten kämpfen also gegen die Machtansprüche der Nation – ein Widerspruch, oder?
Tax the poor, feed the rich
Mit dem Entlastungspaket 27 treibt das Schweizer Parlament Umverteilung von unten nach oben voran. Warum der Bund trotz Milliardenüberschuss bei der breiten Bevölkerung kürzt und wer wirklich davon profitiert.
Regierungsfähigkeitseignungstest
Politiker*innen müssen die «Feind- und Freund»-Bilder der Nation teilen und dem eigenen Staat die Treue beweisen – sonst haben sie es schwer. Das zeigt der Fall von Luigi Pantisano, der für den Parteivorsitz der Linken kandidiert.
Journalismus für ein gutes Leben für alle
Die Welt ist aus den Fugen – und der Journalismus hält nicht Stand. Wer eine andere Gesellschaft möchte, muss dezidiert linke und nicht profitorientierte Medien fördern.
«Wenn die Flotilla angegriffen wird, blockieren wir ganz Europa»
Die italienische Basisgewerkschaft USB organisierte den Generalstreik gegen den Genozid in Palästina letzten Herbst. Mit welchen Strategien sie die globale Kriegsmaschinerie blockierten, berichtet Gewerkschafter Francesco Staccioli im Interview.
Rap-Cypher 26: Klassenkampf beim SRF
Am Donnerstag fand mit dem SRF-Cypher das alljährliche Highlight der Schweizer Rap-Szene statt. Wie jedes Jahr spiegelte auch der Cypher 26 die politische Realität wider, mit der sich die Szene beschäftigt: Der Hass auf die Musikindustrie, die Jugend am Block – und das fehlende Rückgrat des SRF.
Die koloniale Neutralität der Schweiz
Ein Treffen vor 54 Jahren zeigt, wie die Schweiz ihre «Neutralität» als Deckmantel für koloniale Geschäfte nutzte.
Unsere Biografie beginnt nicht mit der Adoption
Anfang 2025 wollte der Bundesrat transnationale Adoptionen stoppen – doch der Nationalrat blockierte den Entscheid. Hier kritisieren transnational Adoptierte die Praxis als Ausdruck kolonialer Machtverhältnisse und verweigern sich, als Beweis für ein vermeintlich funktionierendes System zu dienen.
Bevor die Kampfjets starten, schlagen die Hacker*innen zu
Aktivistische und staatliche Cyberangriffe gewinnen in der geopolitischen Kriegsführung zunehmend an Bedeutung – und gehen immer häufiger Hand in Hand. Wie die Ukraine und der Iran gemeinsam mit Hacktivist*innen digitalen Krieg führen.
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Geschichte heute ↗
Als Feminist*innen Frieden neu dachten
Aufrüstung, Kriege, Drohgebärden: Was die 1980er-Jahre prägte, kehrt offenbar zurück. Und schon damals galt militärische Stärke in Politik und Medien als alternativlos. Dem setzte die Frauen-Friedens-Bewegung eine umfassende Friedenspolitik entgegen, die einen tiefgreifenden…
Was uns die Lettenräumung vor 30 Jahren lehrt
Der Alarmismus gegenüber Drogenabhängigen in Zürich flammt erneut auf. Er ist Teil einer historischen Kontinuität: 1994 gipfelte die Gewalt gegen die Drogenmisere in der Hinrichtung dreier migrantischer Männer auf dem Lettenareal. Ein Blick zurück zeigt die Folgen der polizeilichen Repression.
Tatort: Küchentisch, Mansarde oder Wohnzimmer
Akten der Kriminalpolizei zeigen, was ein Abtreibungsverbot für Zürcherinnen der 1930er- und 40er-Jahre bedeutete: Verzweiflung, Verletzung und im schlimmsten Fall den Tod. Restriktive Gesetze verhindern keine Abtreibungen, sondern machen sie gefährlich – vor allem für Arbeiterinnen.
Stimmen aus den Camps ↗
«Neun Monate im Gefängnis – nur weil ich keine gültigen Papiere hatte»
Abgewiesene Asylsuchende werden aufgrund ihres Aufenthaltsstatus tagtäglich von der Polizei kontrolliert, bestraft und inhaftiert. Zwei Betroffene berichten von der Gewalt, die sie erleben, und ihrem Leben zwischen Gefängnis und Rückkehrzentrum.
“Ich werde nicht vor der Migrationsbehörde knien”
Sie müssen ihre Tage draussen verbringen und erhalten keine ausreichende medizinische Versorgung. In den Schweizer Asylunterkünften regt sich Widerstand. Die Asylsuchenden Farid und Ersin erzählen von ihren Protesten für ein menschenwürdiges Leben.
„Niemand kennt das System besser als wir”
Wer selbst den Weg durch das Schweizer Asylregime bestritt, kann anderen dabei am besten helfen. Zwei Geflüchtete erzählen, wie sie durch politisches Engagement Perspektive fanden und der Isolation entkamen.


