Poli­zi­sten schützen faschi­sti­schen Aufmarsch in St. Gallen

Mitte Februar fand in St. Gallen eine der grössten rechts­extremen Aufmär­sche der letzten Jahre statt. Während die unbe­wil­ligte Demon­stra­tion der Rechts­ra­di­kalen von der Polizei geduldet wurde, bekamen linke Gegen­pro­teste die volle repres­sive Wucht des Staates zu spüren. 
Trotz unbewilligter Demonstration schützte die Polizei die Rechtsextremen in St. Gallen – und prügelte die linke Demonstration nieder. (Bild: Screenshot SRF)

Am Samstag vor einer Woche marschierten in St. Gallen gleich zwei rechte Demon­stra­tionen gegen die im Kanton neu gesetz­lich veran­kerte Impf­pflicht für bestimmte Bevöl­ke­rungs­gruppen im Falle einer Pandemie. An der Demon­stra­tion der rechts­extremen Orga­ni­sa­tion «Mass-Voll» betei­ligten sich aktiv auch mili­tante Neona­zi­grup­pie­rungen wie die «Junge Tat».

Die Demon­stra­tion von «Mass-Voll» wurde im Vorhinein durch die Polizei bewil­ligt, doch die Bewil­li­gung wurde am Tag des Aufmar­sches zurück­ge­zogen; einzig eine Platz­kund­ge­bung wurde tole­riert. Die Rechtsextremist*innen setzten sich über dieses Verbot hinweg, durch­bra­chen die Poli­zei­kette und marschierten – teil­weise mit mittel­al­ter­li­chen Helle­barden bewaffnet – durch die Innen­stadt. Die Polizei tole­rierte dies.

Während die Polizei recht­ex­treme Aufmär­sche schützt, krimi­na­li­siert sie anti­fa­schi­sti­schen Protest.

In Reak­tion auf die rechts­extreme Mobi­li­sie­rung riefen Antifaschist*innen rund um das Bündnis «Ostschweiz Nazifrei» zum Gegen­pro­test auf. Während die Polizei die rechts­extreme Versamm­lung­de­es­ka­lativ behan­delte, sahen sich anti­fa­schi­sti­sche Aktivist*innen mit der repres­siven Gewalt des Staates konfron­tiert. Einsatz­kräfte in Voll­montur gingen teil­weise ohne Vorwar­nung gegen Demon­strie­rende vor, rissen Menschen zu Boden und setzten Pfef­fer­spray und Schlag­stöcke ein.

Das Vorgehen der Polizei über­rascht nicht. Vergan­gene anti­fa­schi­sti­sche Gegen­mo­bi­li­sie­rungen, etwa 2018 in Basel bei Prote­sten gegen die rechts­extreme «Partei National Orien­tierter Schweizer» oder 2022 in Zürich rund um die Mobi­li­sie­rung «Zürich Nazifrei», zeigen ein klares Muster auf: Rechte Aufmär­sche werden von der Polizei tole­riert und geschützt, anti­fa­schi­sti­scher Protest hingegen kriminalisiert.

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