Sieg auf ganzer Linie: Stadtbus-Personal setzt Forde­rungen durch

Nach dem histo­ri­schen Busstreik anfangs März stimmt die Geschäfts­lei­tung von Stadtbus Winter­thur besseren Arbeits­be­din­gungen zu. Die ange­drohte zweite Streik­welle ist damit vorerst vom Tisch. 
Der Busstreik war ein voller Erfolg: Alle Forderungen werden umgesetzt und die Streikenden müssen keine personalrechtlichen Sanktionen der Leitung fürchten. (Bild: Wikimedia Commons)

Mit dem morgend­li­chen Streik im Stoss­ver­kehr am 3. März hat das Fahr­per­sonal des Stadtbus Winter­thur (SBW) einen mass­geb­li­chen arbeits­recht­li­chen Erfolg erzielt. Nach Verhand­lungen von Stadtbus Winter­thur mit der Gewerk­schaft VPOD beschloss die Perso­nal­ver­samm­lung der Busfahrer*innen letzte Woche, auf das Verhand­lungs­re­sultat einzu­treten. Damit weicht der ange­spannte Konflikt einer konkreten Lösung für die rund 260 Ange­stellten im Fahrdienst.

Aus einer internen Nach­richt an die Beleg­schaft, die das Lamm vorliegt, lassen sich die konkreten Errun­gen­schaften des Arbeits­kampfes ablesen: Der wohl wich­tigste Sieg betrifft die umstrit­tenen Einsatz­dis­po­si­tionen, eine Art «Platz­halter-Schichten», die ohne klare Eintei­lung zu unver­schuldet Minus­stunden mutierten. Diese werden drastisch refor­miert: Ab sofort führen sie nicht mehr zu Minus­zeiten auf den Zeit­konti der Busfahrer*innen und ihre Anzahl wird auf eine bis maximal zwei Schichten pro Monat begrenzt.

Auch bei den Dienst­plänen erfolgt eine Kehrt­wende: Unter der Leitung der Gewerk­schaft VPOD werden diese umfas­send über­ar­beitet, um die syste­ma­ti­sche Entste­hung von Minus­saldi künftig zu verhin­dern. Gleich­zeitig wird die Auszah­lung von Mehr­stunden unter strikter Einhal­tung des Arbeits­zeit­ge­setzes wieder ermög­licht – ein Punkt, der für viele Fahrer*innen existen­ziell war.

Ein weiterer Kern­punkt der Verhand­lungen betraf die finan­zi­elle Entschä­di­gung. Ab sofort gewährt Stadtbus Winter­thur Nacht­zu­lagen in der Höhe von 10 Prozent bereits ab 20 Uhr. Damit nähert sich das Unter­nehmen dem Perso­nal­statut der rest­li­chen städ­ti­schen Ange­stellten an. Um einen weiteren Ausbau dieser Zulagen zu prüfen, finan­ziert SBW zudem ein unab­hän­giges Gutachten des VPOD.

Beson­ders wichtig für die Strei­kenden: Die Geschäfts­lei­tung hat zuge­si­chert, dass keine perso­nal­recht­li­chen Mass­nahmen gegen die Teil­neh­menden des Arbeits­kampfes ergriffen werden. Das Recht auf Streik wird damit nach­träg­lich respektiert.

Die verein­barten Ände­rungen mit der Geschäfts­lei­tung von SBW sollen so schnell wie möglich, späte­stens jedoch bis Anfang August 2026, umge­setzt werden.

Ähnliche Artikel

Streik beim Stadtbus Winterthur

Bis zu 150 Fahrer*innen des Stadtbus Winterthur legten am 3. März 2026 ihre Arbeit nieder. Sie beklagen ungerechte Minusstunden, fehlende Nachtzulagen und mangelhafte Dienstplanung. Die Verhandlungen laufen und ein weiterer Streik droht.