Während impe­ria­li­sti­scher Offen­sive auf Vene­zuela mal kurz ans WEF jetten

Auch auf der Gäste­liste des WEFs 2026 tummeln sich Über­reiche und Staats­chefs, denen inter­na­tional schwere Vorwürfe bis hin zu Kriegs- und Menschen­rechts­ver­bre­chen gemacht werden. Erneut empfängt die Schweiz Donald Trump und Co. mit offenen Armen. 
Bis zu 5000 Armeeangehörige schützen die Mächtigen dieses Jahr am Treffen in Davos. (Bild: swiss-image.ch / flickr)

Vom 19. bis 23. Januar 2026 treffen sich erneut die Mäch­tigen der Welt in Davos. Zum 56. Mal findet das Welt Econo­mics Forum (WEF) statt. Es werden rund 2’500 Teil­neh­mende aus Politik und Finanz­welt erwartet, darunter Mark Zucker­berg (Meta), Jeff Bezos (Amazon) und Tim Cook (Apple).

Der rang­höchste Gast dieses Jahr ist US-Präsi­dent Donald Trump, der inter­na­tional scharf für seine kürz­li­chen Mili­tär­an­griffe gegen Vene­zuela kriti­siert wird. Auf der Gäste­liste sind auch der israe­li­sche Staats­prä­si­dent Isaac Herzog und Javier Milei, der rechts­na­tio­nale Präsi­dent Argen­ti­niens. Mehreren einge­la­denen Regie­rungs­chefs werden Geno­zide, Kriegs­ver­bre­chen oder schwere Menschen­rechts­ver­bre­chen vorgeworfen.

Nach der Inva­sion in der Ukraine 2022 hat das WEF Russ­land keine offi­zi­elle Teil­nahme mehr gestattet. «Das ist etwas anderes», meint der neue WEF-Chef Alois Zwinggi zur Debatte um Trumps Teilnahme.

Noch nie haben so viele VIPs mit Schutz­ver­pflich­tungen am WEF teil­ge­nommen wie dieses Jahr. Laut der Bündner Kantons­po­lizei reisen 123 Personen mit einem Schutz­status nach Davos. 400 Gäste, darunter 64 Staats­chefs, geniessen völker­recht­li­chen Schutz und erfor­dern entspre­chende Massnahmen.

In der Trump‑Administration sitzen 12 Milliardär*innen mit einem Gesamt­ver­mögen von 450 Milli­arden US Dollar.

Jedes Jahr wird das WEF von Gegen­pro­te­sten und ‑veran­stal­tungen begleitet: Dieses Jahr demon­striert Zürich am 19. Januar gegen die Teil­nahme Trumps und das Olig­ar­chen­treffen, in Bern wir am 17. demon­striert. Eben­falls in Bern und Zürich findet das jähr­liche NO-WEF-Winter­quar­tier statt. Seit 2020 gibt es eine Protest­wan­de­rung nach Davos, an der hunderte Personen aus der Schweiz und Europa teil­nehmen. Seit Januar 2025 dürfen die Demon­strie­renden der Strike-WEF-Bewe­gung offi­ziell demon­strieren, nachdem das Bundes­ge­richt das Verbot aufge­hoben hatte.

Nach über fünf Jahr­zehnten trat der Gründer Klaus Schwab letztes Jahr seinen Sitz im WEF-Verwal­tungsrat ab. Zuvor hatten ihm Whist­le­b­lower vorge­worfen, Firmen­gelder für private Reisen und Luxus­aus­gaben genutzt zu haben. Medi­en­be­richte, darunter das Wall Street Journal im Jahr 2024, pran­gerten zudem sexu­elle Belä­sti­gung, Diskri­mi­nie­rung und eine toxi­schen Arbeits­platz­kultur beim WEF an.

Pünkt­lich zum WEF veröf­fent­licht Oxfam eine Studie zur wach­senden Ungleich­heit: Die reich­sten 1 % besitzen mehr als 95 % der Welt­be­völ­ke­rung. In der Trump‑Administration sitzen 12 Milliardär*innen mit einem Gesamt­ver­mögen von 450 Milli­arden US Dollar.

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