Rassi­sti­scher Amts­miss­brauch beim Migra­ti­onsamt Baselland

Eine ehema­lige Beamtin des Basel­bieter Migra­ti­ons­amts soll über Jahre hinweg systematisch Ausländer*innen benach­tei­ligt, genö­tigt und diskri­mi­niert haben. Heute arbeitet die Frau für die SVP. 
Jurist*innen fordern eine vollumfängliche Aufarbeitung des islamophoben Machtmissbrauchs beim Basler Migrationsamt. (Bild: Amt für Migration Basel-Landschaft)

Am 22. Juni steht eine ehema­lige Ange­stellte des Migra­ti­ons­amts Basel­land vor dem Straf­ge­richt. Sie wird unter anderem wegen Nöti­gung, Amts­miss­brauch und Rassen­dis­kri­mi­nie­rung ange­klagt. Ermit­telt wird aufgrund von mehreren hundert Schreiben, in denen die Beamtin Ausländer*innen – ohne jegliche Rechts­grund­lage – zur Ausreise aufge­for­dert habe oder ihnen mit dem Entzug der Bewil­li­gung gedroht haben soll, sollten sie Prämi­en­ver­bil­li­gung bei der Kran­ken­kasse bean­tragen. Zudem soll sie Bewil­li­gungs­ver­fahren absicht­lich um mehrere Jahre verzö­gert haben.

Bei Ausländer*innen, welche die Beamtin als musli­misch wahr­nahm, soll sie spezi­elle Befra­gungen ange­ordnet haben. Ausserdem habe sie rassi­sti­sche Inhalte auf Whatsapp verbreitet, diese seien für das ganze Team sichtbar gewesen. Nach mehreren Jahren beim Migra­ti­onsamt Basel­land wech­selte die Frau im August 2024 ihre Stelle – und arbeitet heute für die SVP.

Der Fall zeigt exem­pla­risch, wie rassi­sti­sche Beamt*innen in den Migra­ti­ons­be­hörden ihre Macht miss­brau­chen können, um ihrer Gesin­nung Ausdruck zu verleihen. Entspre­chend verlangen mitunter die Demo­kra­ti­schen Juri­stinnen und Juri­sten eine sorg­fäl­tige Aufar­bei­tung der Miss­stände. In einer Medi­en­mit­tei­lung halten sie fest, dass eine straf­recht­liche Anklage nicht genüge. Sie fordern eine unab­hän­gige Unter­su­chung, die auch klären soll, wie solche Macht­miss­bräuche künftig verhin­dert werden können.

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