Ungleiche Nachbar*innen

Während der Schweizer Dozent David Bollag in der Sied­lung Efrat scheinbar gren­zen­lose Frei­heit geniesst, verliert der palä­sti­nen­si­sche Filme­ma­cher Mohamad Zwahara im Dorf nebenan seine Heimat. Über die Folgen der israe­li­schen Besat­zung und die Rolle Schweizer Universitäten. 
«Die Siedlungen sind strategisch so gelegt, dass sie die Lebensumstände der einheimischen Bevölkerung so miserabel wie möglich machen.» (Bild: Helena)
Israelische Siedlungen wie Efrat wachsen auf Kosten der palästinensischen Bevölkerung und ihres Landes. (Bild: Helena Appenzeller)

Mohamad Zwahara ist palä­sti­nen­si­scher Filme­ma­cher und Akti­vist. Er lebt in Al-Masara, einem kleinen palä­sti­nen­si­schen Dorf südlich von Beth­lehem. Die land­wirt­schaft­lich geprägte Gemein­schaft liegt in unmit­tel­barer Nach­bar­schaft zur Sied­lung Efrat, wo auch der ehema­lige Dozent der Univer­sität Luzern lebt. Mohamad wurde 1999 geboren; die ersten Häuser der Sied­lung wurden im Jahr 1980 erbaut. Ein Teil davon steht auf dem Land seines Grossvaters. 

Im Tele­fon­ge­spräch mit Mohamad fällt ein Begriff beson­ders oft: «the land» – das Land, der Grund und Boden als Dreh- und Angel­punkt des bäuer­li­chen Lebens und Überlebens.

Bereits seine frühen Kind­heits­er­in­ne­rungen drehen sich darum. Er erzählt von gemein­samen Arbeits­tagen im Fami­li­en­ver­bund, rund 20 Personen, wie sie an Frei­tagen und Sams­tagen ihr Land aufsuchten, es mit Eseln und Pferden pflügten, Kräuter für die Schafe aussäten oder Trocken­stein­mauern in den Oliven­hainen errich­teten. Er erzählt von seinem Gross­vater, einem wohl­ha­benden und ange­se­henen Mann, dem das Dorf zuhörte, wenn er sprach. Und wie er ihn mit sechs oder sieben das erste und einzige Mal weinen sah, als die Soldaten und Bull­dozer kamen und seine Oliven­bäume entwur­zelten, um sein Land der Sied­lung Efrat einzuverleiben. 

Zunahme der Siedler*innengewalt

Al-Masara ist ein bekanntes Zentrum des gewalt­losen Wider­standes gegen die israe­li­sche Besat­zung. Seit 2006 finden im Dorf immer frei­tags Demon­stra­tionen gegen die Expan­sion der Sied­lung Efrat und den Bau der Trenn­mauer statt. Regel­mässig nehmen daran auch inter­na­tio­nale und israe­li­sche Aktivist*innen teil. 

Zumin­dest war das so bis zum Oktober 2023. Seither hat sich die Situa­tion auch hier verschärft. Die Gewalt durch die Armee und Siedler*innen hat zugenommen. 

Seit dem Oktober 2023 wurden über 60 palä­sti­nen­si­sche Dörfer entvölkert.

Mohamad erzählt von den neuen Aussen­po­sten, die um die Sied­lung Efrat entstanden sind, und die immer näher ans Dorf heran­rücken. Er berichtet von der Zerstö­rung des Hauses seiner Tante durch die israe­li­sche Armee und einem nächt­li­chen Angriff von Sied­ler­banden im Nach­bar­dorf Wadi Rahhal, bei dem ein Palä­stinenser ermordet wurde. Von den Flug­blät­tern, die Palästinenser*innen zur Ausreise nach Jorda­nien auffor­dern und den israe­li­schen Flaggen und Plakat­wänden, die nun die Strassen der West Bank säumen. Auf den Plakaten steht in Arabisch: «Keine Zukunft in Palä­stina» – und daneben ein Foto flie­hender Menschen in Gaza.

Die Rede von «gemäs­sigten» Siedlungen

Wer heute eine Karte der besetzten Gebiete anschaut, ist schnell orien­tie­rungslos. Die Geografie der Besat­zung präsen­tiert sich wie ein Buch mit sieben Siegeln: Drei verschie­dene Verwal­tungs­ein­heiten (Area A, B, C) mit unter­schied­li­chen Zustän­dig­keiten, die inter­na­tional aner­kannte Waffen­still­stands­linie von 1949, daneben die Trenn­mauer, die teils massiv in palä­sti­nen­si­sches Land hinein­reicht, unter­schied­liche Arten von Check­points, palä­sti­nen­si­sche Dörfer und Städte – und überall dazwi­schen: israe­li­sche Siedlungen. 

Moritz Haegi fungiert als unser virtu­eller Guide. Er dokto­riert in Nahost­stu­dien an der Uni Basel und forscht zum Sied­ler­ko­lo­nia­lismus in der West Bank. Bei einem Kaffee auf der Zürcher Poly­ter­rasse führt er uns am Laptop­bild­schirm durch eine aktu­elle Karte des Westjordanlandes.

Haegi scrollt hin und her, zoomt punk­tuell rein und raus, zeigt auf den einen oder anderen Check­point oder einen Auto­bahn­ab­schnitt, der mitt­ler­weile neu gebaut worden sei und lobt die Aktua­lität der Karte. Er erwähnt Auto­fahrten mit palä­sti­nen­si­schen Freund*innen, kennt einzelne Siedler*innen mit Namen, weiss Bescheid über die neusten Aussen­po­sten und refe­riert nebenbei über die israe­li­schen Mecha­nismen zur Land­ent­eig­nung, die sich teils auf osma­ni­sches Recht aus dem 19. Jahr­hun­dert stützen.

«Die Sied­lungen sind stra­te­gisch so gelegt, dass sie die Lebens­um­stände der einhei­mi­schen Bevöl­ke­rung so mise­rabel wie möglich machen.»

Moritz Haegi, Doktorant an der Uni Basel

Er beschreibt die Land­schaft des West­jor­dan­landes. Das heisse, trockene Jordantal. Die sanften, grünen, frucht­baren Hügel der nörd­li­chen West Bank. Er erzählt von Hotspots der Siedler*innengewalt und des Sied­lungs­baus – von den South Hebron Hills bis zum geplanten E1-Sied­lungs­pro­jekt, das die West Bank de facto zwei­teilen soll. 

Haegi diffe­ren­ziert dabei zwischen den soge­nannten «Quality-of-Life-Sied­lungen» und den «ideo­lo­gisch moti­vierten Radi­kalen» rund um Masafer Yatta im Süden – nur um dann zu sagen: Letzt­lich spiele es keine Rolle. «Der Faschismus hat immer auch die Menschen gebraucht, die nicht ideo­lo­gisch moti­viert waren und trotzdem mitge­macht haben.» 

So verhalte es sich auch mit Quality-of-Life-Sied­lungen wie Efrat, die lange als «gemäs­sigt» galten. Die Menschen, die dort leben, seien viel­leicht nicht primär aus ideo­lo­gi­schen Gründen zuge­zogen, sondern weil die Mieten günstiger waren. Doch gerade das habe System und werde vom israe­li­schen Staat seit den 1980er-Jahren aktiv voran­ge­trieben, erklärt Haegi. «Durch die Norma­lität, die diese Sied­lungen insze­nieren, sollen sie die ille­gale Besat­zung verharm­losen und norma­li­sieren – schon die Bezeich­nung an sich ist zynisch.»

Doch seit dem Oktober 2023 sei sowieso alles anders. Auch in den Dörfern rund um Efrat komme es nun zu Angriffen von Siedler*innen. Gemäss der israe­li­schen NGO B’Tselem sind in der West Bank seither mehr als 60 palä­sti­nen­si­sche Dörfer entvöl­kert worden.

Gestoh­lene Lebens­zeit, Schi­kane und Zermürbung

Moritz Haegi arbeitet viel mit Google Street View. Und so schauen wir uns virtuell in Efrat um, in der Sied­lung, wo auch der ehema­lige Dozent der Univer­sität Luzern lebt. Wir scrollen die geteerten Strassen entlang, vorbei an einheit­li­chen, weissen Kata­log­häu­sern und geparkten Autos. Punk­tuell sehen wir zwischen den Gebäuden in die Land­schaft dahinter, wo weitere Sied­lungen auf den Anhöhen von Hügeln zu erkennen sind.

Efrat liegt auf einem Hügelzug, der vom palä­sti­nen­si­schen Beth­lehem im Norden über eine Länge von fünf Kilo­me­tern in den Süden verläuft. West­lich davon liegt der Gush Etzion-Sied­lungs­block. «Eines der grössten und älte­sten Quality-of-Life-Sied­lungs­ge­biete in der West Bank», wie Haegi sagt. «Efrat zieht sich davor durch wie eine Mauer oder ein Schild», bemerkt er. Eine Mauer, die nicht nur Gush Etzion abschirmt, sondern auch wert­volles Agrar­land von palä­sti­nen­si­schen Dörfern abschneidet. Die krie­ge­ri­sche Meta­pher des Schildes wird auch vom Bürger­mei­ster Efrats selbst­ver­ständ­lich bedient, wenn er von der Sied­lung als «protector of Jeru­salem from the south» spricht. 

Die Balasan Initia­tive for Human Rights, eine in Beth­lehem ansäs­sige NGO, bezeichnet Efrat in einem aktu­ellen Bericht als «eines der gefähr­lich­sten Sied­lungs­pro­jekte in der südli­chen West Bank». Hinter­grund sind israe­li­sche Pläne, die Sied­lung im Rahmen des soge­nannten E2-Projekts massiv auszubauen. 

Die Rede ist von mehreren tausend zusätz­li­chen Wohn­ein­heiten. Der Bericht warnt, dass dadurch palä­sti­nen­si­sche Dörfer südlich von Beth­lehem – darunter auch Al-Masara – einge­schlossen, die urbane Entwick­lung der Stadt Beth­lehem unter­bunden und der Süden der West Bank faktisch halbiert würde. Efrat ist inner­halb dieser Expan­si­ons­stra­tegie ein zentraler Anker. 

Für Moritz Haegi zeigt sich daran exem­pla­risch, welche Funk­tion israe­li­sche Sied­lungen in der West Bank erfüllen. «Die Sied­lungen sind stra­te­gisch so gelegt, dass sie möglichst umfas­sende Kontrolle über die palä­sti­nen­si­schen Gebiete erlauben und dabei die Lebens­um­stände der einhei­mi­schen Bevöl­ke­rung so mise­rabel wie möglich machen, bis die Menschen verschwinden», erklärt Haegi. Eine zentrale Rolle spiele dabei die Kontrolle der Mobilität

Künftig will die ameri­ka­ni­sche Botschaft in Efrat konsul­ta­ri­sche Dienst­lei­stungen im «Pop-Up»-Stil anbieten.

Zusam­men­hän­gende palä­sti­nen­si­sche Räume sind über die Jahr­zehnte immer stärker unter Druck geraten. Immer klei­nere Enklaven sind entstanden, in denen immer mehr Menschen zusam­men­ge­drängt leben. Die Verbin­dungs­wege zwischen den palä­sti­nen­si­schen Dörfern sind durch­zogen von will­kür­li­chen Hinder­nissen: hunderte Check­points, kurz­fri­stig geschlos­sene Strassen, die dazu zwingen, auf lange und schlecht ausge­baute Umwege auszu­wei­chen. Stau sei vieler­orts ein Dauerphänomen. 

Haegi holt das lädierte iPhone hervor und zeigt ein Video, das ihm ein palä­sti­nen­si­scher Freund kürz­lich auf Insta­gram geschickt hat. Wir sehen die Sicht aus dem Innern eines Sammel­taxis. Durch die Heck­scheibe blicken wir auf eine steile, stei­nige und stau­bige Strasse, auf der das Fahr­zeug im Schritt­tempo den Hang empor­rum­pelt. Im Vorder­grund schwingt eine Gebets­kette am Innen­spiegel hin und her, wie das Pendel einer Uhr. 

Das Video illu­striert, was die israe­li­sche Kontrolle der Bewe­gungs­frei­heit mit Palästinenser*innen macht. Das Resultat ist gestoh­lene Lebens­zeit, Schi­kane und Zermür­bung, während die Siedler*innen auf exklu­siven Schnell­strassen durch die Land­schaft brausen.

Am Abend nach unserem Gespräch schickt uns Moritz Haegi noch eine News­mel­dung vom selben Tag: Mike Huck­abee, ameri­ka­ni­scher Botschafter in Israel, hat Efrat besucht. Unter anderem weil er ein Haus in der Sied­lung kaufen will.

Im Februar 2026 wird auch bekannt, dass die ameri­ka­ni­sche Botschaft künftig in Efrat konsul­ta­ri­sche Dienst­lei­stungen im «Pop-Up»-Stil anbieten will – eine Mass­nahme, welche dem hohen Anteil ameri­ka­ni­scher Siedler*innen in Efrat entge­gen­kommen soll und die ille­gale Besat­zung weiter zu lega­li­sieren sucht.

Verbaute Zukunft

Mohamad kann von seinem Fenster die höch­sten Gebäude von Efrat sehen. Seine Familie besitzt zudem Land, das direkt an die Sied­lung grenzt. Im Innern der Sied­lung war er noch nie. Er zählt auf, was er von aussen sehen kann: «Ich sehe einen Zaun und dahinter einen Kinder­spiel­platz, Orte zum Einkaufen, Wohn­häuser, Gärten und viele israe­li­sche Flaggen. Ich sehe neue, saubere Strassen und israe­li­sche Busse, welche die Sied­lung mit Israel verbinden.» 

Efrat wächst auf Kosten der palä­sti­nen­si­schen Bevöl­ke­rung und ihres Landes. «Die Sied­lung verbaut uns die Zukunft», sagt Mohamad. Er würde gerne ein ruhiges Leben führen: Heiraten, ein Haus bauen und Wein­reben oder Oliven­bäume kulti­vieren. Doch dafür fehle im Dorf zuneh­mend der Platz. Junge Menschen wie er sähen sich daher mit der schwie­rigen Entschei­dung konfron­tiert: Im Dorf bleiben, wo der Boden kaum mehr zum Leben reicht, oder in die Stadt ziehen, zum Beispiel nach Beth­lehem, wo sie die Verbin­dung zur bäuer­li­chen Lebens­weise und zum Land verlieren.

Im Sommer bei Wasser­mangel dreht die Besat­zungs­macht dem palä­sti­nen­si­schen Dorf das Wasser ab und gibt es dafür der Sied­lung nebenan.

Auf den Schweizer Dozenten aus Efrat, David Bollag, ange­spro­chen, meint Mohamad: «Wir leben sehr nahe vonein­ander, doch unsere Leben sind sehr verschieden.» 

Der Dozent habe die Frei­heit, zu kommen und zu gehen, wie er wolle; er benutze den Flug­hafen, fahre unge­hin­dert auf den Strassen ans Meer oder nach Jeru­salem, pendle sogar zur Arbeit in die Schweiz. Mohamad dagegen bereitet selbst einen Ausflug in ein nahe­lie­gendes Dorf vor. Die Einschrän­kungen seiner Bewe­gungs­frei­heit durch die israe­li­sche Besat­zung machten es ihm unmög­lich, sein Leben und seine Arbeit verläss­lich zu planen.

Der Dozent habe die Frei­heit, zu kommen und gehen, wie er wolle; er benutze den Flug­hafen, fahre unge­hin­dert auf den Strassen ans Meer oder nach Jeru­salem, pendle sogar zur Arbeit in die Schweiz. Mohamad dagegen bereitet selbst einen Ausflug in ein nahe­lie­gendes Dorf vor. Die Einschrän­kungen seiner Bewe­gungs­frei­heit machten es ihm unmög­lich, sein Leben und seine Arbeit verläss­lich zu planen. 

Und im Sommer, wenn das Wasser knapp werde, drehe die Besat­zungs­macht seinem Dorf das Wasser ab und gebe es dafür der Sied­lung, wo der Dozent lebe. Das sei der Grund, warum kein Haus in Efrat einen Wasser­tank auf dem Dach habe, im Gegen­satz zu palä­sti­nen­si­schen Häusern.

Die alltäg­li­chen Erfah­rungen von Mohamad fügen sich in ein über­ge­ord­netes Muster ein. Die Land­ent­eig­nung und geogra­fi­sche Frag­men­tie­rung, die ungleiche Bewe­gungs­frei­heit sowie der ungleiche Zugang zu lebens­wich­tigen Ressourcen wie Wasser sind gemäss Menschen­rechts­or­ga­ni­sa­tionen wie B’Tselem, Amnesty Inter­na­tional oder Human Rights Watch Teil eines Systems der israe­li­schen Apart­heid. Dieses behan­delt jüdi­sche Siedler*innen und Palästinenser*innen systematisch ungleich und verfolgt das Ziel, die Domi­nanz der jüdi­schen Bevöl­ke­rung über die Palästinenser*innen zwischen dem Jordan und dem Mittel­meer länger­fri­stig zu sichern.

Schweizer Unis in der Mitverantwortung

Einen persön­li­chen Groll gegen den Dozenten aus Efrat hegt Mohamad nicht. «Ich kenne diesen Mann nicht. Persön­lich hat er mir nichts getan – und doch lebt er auf unserem Land und raubt uns damit unsere Zukunft.» Inso­fern sei der Dozent natür­lich verant­wort­lich für sein Handeln, sagt Mohamad. Er wohne schliess­lich frei­willig in der völker­rechts­wid­rigen Sied­lung und profi­tiere somit vom System der Unter­drückung, das Palästinenser*innen Land und Rechte nimmt.

Und doch weiss Mohamad: «Wenn dieser Mann geht, gibt es andere die kommen.» Denn das eigent­liche Problem sei die Politik der Land­nahme, die israe­li­sche Regie­rungen seit Jahr­zehnten vorantreiben. 

«Die Schweizer Univer­sität muss wissen, dass sie mit der Anstel­lung eines Mannes aus Efrat, das System der israe­li­schen Besat­zung unter­stützt hat.»

Mohamad Zwahara, palä­sti­nen­si­scher Filme­ma­cher und Aktivist

Natür­lich existiere indi­vi­du­elle Verant­wor­tung, auch im Fall des Dozenten, doch das eigent­liche Problem sei das System der Land­nahme, das die wech­selnden israe­li­schen Regie­rungen seit Jahr­zehnten voran­treiben, sagt Mohamad. «Die Schweizer Univer­sität muss wissen, dass sie mit der Entschei­dung, einen Mann aus Efrat anzu­stellen, das System der Besat­zung unter­stützt und dabei hilft den palä­sti­nen­si­schen Traum zu beer­digen.» So habe die Univer­sität schliess­lich akzep­tiert, dass der Dozent genau hier lebe. 

Auch die Univer­sität Luzern, die den Siedler über zwei Jahr­zehnte ange­stellt hat, sieht er in der Mitver­ant­wor­tung. «Die Schweizer Univer­sität muss wissen, dass sie mit der Entschei­dung, einen Mann aus Efrat anzu­stellen, das System der israe­li­schen Besat­zung unter­stützt hat.» So habe die Univer­sität schliess­lich akzep­tiert, dass der Dozent genau hier lebe. 

Für Mohamad ist klar, dass Schweizer Univer­si­täten eine Verant­wor­tung haben, das System der Besat­zung zu stoppen. «Sie könnten zum Beispiel mit den Leuten beginnen, die sie anstellen», sagt er mit Blick auf den Fall aus Luzern. Und: «Univer­si­täten müssen verstehen, wie die Situa­tion hier tatsäch­lich ist und was das Land für uns bedeutet. Sie müssen unsere Stimme hören – bevor es zu spät ist.»

Diese Publi­ka­tion erfolgte in Zusam­men­ar­beit zwischen baba news und das Lamm.


Jour­na­lismus kostet

Die Produk­tion dieses Arti­kels nahm 50 Stunden in Anspruch. Um alle Kosten zu decken, müssten wir mit diesem Artikel CHF 2860 einnehmen.

Als Leser*in von das Lamm konsu­mierst du unsere Texte, Bilder und Videos gratis. Und das wird auch immer so bleiben. Denn: mit Paywall keine Demo­kratie. Das bedeutet aber nicht, dass die Produk­tion unserer Inhalte gratis ist. Die trockene Rech­nung sieht so aus:

Soli­da­ri­sches Abo

Nur durch Abos erhalten wir finan­zi­elle Sicher­heit. Mit deinem Soli-Abo ab 80 CHF im Jahr oder 8 CHF im Monat unter­stützt du uns nach­haltig und machst Jour­na­lismus demo­kra­tisch zugäng­lich. Wer kann, darf auch gerne einen höheren Beitrag zahlen.

Ihr unter­stützt mit eurem Abo das, was ihr ohnehin von uns erhaltet: sorg­fältig recher­chierte Infor­ma­tionen, kritisch aufbe­reitet. So haltet ihr unser Magazin am Leben und stellt sicher, dass alle Menschen – unab­hängig von ihren finan­zi­ellen Ressourcen – Zugang zu fundiertem Jour­na­lismus abseits von schnellen News und Click­bait erhalten.

In der kriselnden Medi­en­welt ist es ohnehin fast unmög­lich, schwarze Zahlen zu schreiben. Da das Lamm unkom­mer­ziell ausge­richtet ist, keine Werbung schaltet und für alle frei zugäng­lich bleiben will, sind wir um so mehr auf eure soli­da­ri­schen Abos ange­wiesen. Unser Lohn ist unmit­telbar an eure Abos und Spenden geknüpft. Je weniger Abos, desto weniger Lohn haben wir – und somit weniger Ressourcen für das, was wir tun: Kriti­schen Jour­na­lismus für alle.

Ähnliche Artikel