USA setzen linkes Inter­net­kol­lektiv auf Terrorliste

Das italie­ni­sche Kollektiv Autistici/Inventati stellt seit 25 Jahren linken Bewe­gungen digi­tale Infra­struktur zur Verfü­gung. Das auto­nome Versor­gungs­netz war darauf ausge­legt, Poli­zei­raz­zien und Zensur zu über­stehen – doch nun unter­liegt es den Repres­sa­lien der Verei­nigten Staaten. 
Für linksautonome Gruppen und Bewegungen aus aller Welt waren die Dienste von A/I Teil der kritischen Infrastruktur. (Bild: Taylor Vick / Unsplash)

Die Hacktivist*innen von Autistici/Inventati (A/I) sind Teil der anti­ka­pi­ta­li­sti­schen Bewe­gung und für digi­tale Rechte aktiv. Seit 2001 boten sie eine ganze Reihe kosten­loser Kommu­ni­ka­ti­ons­mittel für linke Akti­vist*innen an, darunter Websei­ten­ho­sting, Mail­adressen und den Digi­tal­dienst Noblogs.org. Für links­au­to­nome Gruppen und Bewe­gungen aus aller Welt sind die Dienste von A/I Teil der kriti­schen Infrastruktur.

Auch in der Vergan­gen­heit geriet das Kollektiv immer wieder ins Visier von staat­li­chen Repres­si­ons­be­hörden. Bisher hat seine Infra­struktur aber alle Über­wa­chungen, Zensuren und Razzien erfolg­reich über­standen. Doch am 26. August 2026 setzte die US-Regie­rung das Kollektiv auf die Liste der desi­gnierten Terror­gruppen und blockierte die Gruppe somit von allen US-Finanzströmen.

Dieses admi­ni­stra­tive Macht­mittel gehört zu den unzäh­ligen Repres­si­ons­mit­teln, die infolge des «War on Terror» durch die Bush-Admi­ni­stra­tion einge­führt wurden. Was hier als «Terror» gilt, unter­liegt der Bewer­tung der USA: Die erste Gruppe, die unter dieser Verord­nung vernichtet wurde, war eine musli­mi­sche Hilfs­or­ga­ni­sa­tion. Andere promi­nente Beispiele sind «die Antifa», Hezbollah oder die baski­sche ETA.

Wer auf der Terror­liste der USA ist oder damit asso­zi­iert wird, verliert de facto seine bürger­liche Existenz: Bank­konten werden gesperrt, Betrof­fene können viele Verträge nicht mehr abschliessen und bestimmte Online­dienste sind nicht mehr ohne Weiteres zugäng­lich. Die Mitglieder von Autistici/Inventati schreiben in einem State­ment auf ihrer Webseite, dass die Risiken der US-Sank­tionen für Einzel­per­sonen schlichtweg zu hoch seien – alle Dienste würden bis Ende September 2026 eingestellt.

Als Abschluss von 25 Jahren digi­talem Wider­stand schreibt das Kollektiv: «Now turn off your PCs, get out of your homes, struggle, hug each other and keep on smiling. We are stop­ping, but the Resi­stance and ideas do not stop. Stay human.»

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