In einer Mitteilung der Belegschaft, die am Dienstagabend von der Gewerkschaft Syndicom veröffentlicht wurde, heisst es: «Nach der jüngsten Kündigungswelle gab es laut der Belegschaft bisher kein Entgegenkommen seitens der Geschäftsleitung und des Verlegers.» Kündigungen und ständige Abbaurunden seien keine Zukunftsvision für Qualitätsjournalismus.
Vor ungefähr zwei Wochen protestierten rund 400 Personen vor dem Tamedia-Hauptsitz in Zürich gegen den angekündigten Abbau von über 40 Stellen, das Lamm berichtete. Die Geschäftsleitung führte noch am selben Tag erste Kündigungstelefonate.
Als Reaktion auf das fehlende Entgegenkommen der Unternehmensleitung hat die Belegschaft nun an einer Versammlung einen einstündigen Warnstreik für Donnerstag, 5. November, ab 11.00 Uhr beschlossen. Der Entscheid fiel mit 105 zu 19 Stimmen bei 27 Enthaltungen aus; zudem wurde der Geschäftsleitung mit 124 zu 7 Stimmen das Misstrauen ausgesprochen.
Die Tamedia-Beschäftigten fordern unter anderem die Rücknahme der ausgesprochenen Kündigungen, ein ordentliches Konsultationsverfahren, einen zweijährigen Kündigungsstopp sowie Verhandlungen über einen Firmen-GAV mit Schutzbestimmungen bei künftigen Restrukturierungen. Die Gewerkschaft Syndicom und der Berufsverband Impressum unterstützen den Arbeitskampf der angestellten Journalist*innen.
Im Rahmen der breiteren Entwicklungen in der Medienbranche hat das Bündnis «Medien retten – Demokratie verteidigen» zudem für den 21. November eine Kundgebung auf dem Bundesplatz in Bern angekündigt. Die Kundgebung wird von Medienschaffenden aus der ganzen Schweiz sowie von den drei Gewerkschaften und Berufsverbänden der Medienbranche organisiert: Impressum, syndicom und SSM.
Vom Stellenabbau bei Tamedia, Ringier und der SRG betroffen sind insgesamt über 315 Vollzeitstellen allein im Herbst 2026. Das Bündnis meint dazu: «Weniger Journalist*innen bedeuten weniger Informationen, oberflächlichere Beiträge und eine schleichende Aushöhlung der Demokratie. Dagegen wehren wir uns: Medienschaffende und ihr Publikum.»
Das Lamm lebt von eueren Abos und arbeitet am Linksruck!

