Jean Ziegler wurde 1934 in Thun geboren. In seinem bewegten Leben engagierte sich Ziegler gegen den «globalisierten Killerkapitalismus» und den europäischen und US-amerikanischen Imperialismus. Dafür war er tätig als SP-Nationalrat, UNO-Sonderberichtserstatter, Professor für Soziologie – und einst bekanntlich auch als Chauffeur von Che Guevara.
Ziegler befasste sich mit und unterstützte diverse antiimperialistische Befreiungsbewegungen des Globalen Südens. Seine Unterstützung der kubanischen Revolution, des libyschen Staatschef Gadaffi und der palästinensischen Befreiungsbewegung erntete ihm internationale Kritik.
Auch als Autor war Ziegler tätig. In über zwanzig Büchern schrieb er mitunter über die Schweizer Profiteur*innen des Nationalsozialismus, den Welthunger oder das europäische Grenzregime. Seine Bücher gehören zu den wenigen kapitalismuskritischen Texten, die in fast allen Schweizer Buchhandlungen vorliegen. Publikationen wie «Wir lassen sie verhunger» oder «Der Hass auf den Westen» prägten die Politisierung von unzähligen Menschen.
Mit dem Tod Zieglers verliert die Schweizer Linke einen der letzten populären Kritiker des Kapitalismus. Sein Leben und Wirken im Kampf für eine neue Welt wird nicht in Vergessenheit geraten.
Ziegler selbst schrieb: «Der Tod zwingt uns zur Bilanz. Seine einzige Überwindung ist die Überzeugung, dass wir am Ende sagen können: Ich habe mit anderen zusammen wenigstens so viel verändert, dass mehr Sinn in diese Welt gekommen ist, mehr Brüderlichkeit und mehr Liebe. Nur das kann der Sinn des Lebens sein. Deshalb müssen wir handeln.»

